15|07|18 // 3 Medaillen bei der EM Junioren + Junge Reiter

In Fontainebleau, ganz in der Nähe von Paris, fanden am vergangenen Wochenende die Europameisterschaften der Nachwuchsreiter statt - in allen Disziplinen. Die deutschen VielseitigkeitsreiterInnen treten mit drei Medaillen die Rückreise an: Brandon Schäfer-Gehrau gewinnt Einzelbronze bei den Junioren und auch das Team erkämpft sich Bronze, bei den Jungen Reitern gewinnt Emma Brüssau Einzelsilber.

EM Fontainebleau 2018 German Eventing

Es folgen die jeweiligen Berichte von Uta Helkenberg/FN-Press und in Anschluss die kompletten Aufzeichnungen der Liveübertragungen von der EM in Fontainebleau.

Doppel-Bronze für deutsche "Busch"-Junioren

Eine Nullrunde sichert Brandon Schäfer-Gehrau und Fräulein Frieda die Bronzemedaille

Die deutschen Vielseitigkeits-Junioren haben bei den Nachwuchs-Europameisterschaften in Fontainebleau die Bronzemedaille gewonnen. Dazu gab es die Bronzemedaille für Brandon Schäfer-Gehrau und Fräulein Frieda.

Es hatte so gut begonnen für die Titelverteidiger aus Deutschland. Nach der Dressur lag das deutsche Quartett noch deutlich in Führung und erhielt sich diese auch dank der Nullrunden Alina Dibowski (Döhle) mit Barbados, Brandon Schäfer-Gehrau (Düsseldorf) mit Fräulein Frieda und Calvin Böckmann (Lastrup) mit Altair de la Cense nach der Geländeprüfung. Der Abstand vor Frankreich vor dem Springen war allerdings dünn und auch die Briten lauerten in nicht allzu weiter Ferne. Zumal die nach Dressur führende Deutsche Meisterin Anna Lena Schaaf (Voerde) mit ihrer Fuchsstute Fairytale einen Vorbeiläufer in der Fässer-Kombination (Hindernis 8a/b) gehabt hatte, dafür 20 Strafpunkte kassierte und somit das Streichergebnis für das Team lieferte (Endstand 48,60 Minuspunkte/Platz 36).

Entsprechend war abschließende Springen spannender als mancher Krimi. Sowohl Calvin Böckmann als auch Alina Dibowski unterlief jeweils ein Abwurf. Das reichte aus, um den Weg zum Titel für die Gastgeber aus Frankreich frei zu machen und auch die Briten zogen zu guter Letzt noch am deutschen Team vorbei und holten Bronze.

Die einzige Nullrunde gelang Brandon Schäfer-Gehrau und Fräulein Frieda. Mit einem Endstand von 28,7 Minuspunkten – ihrem Dressurergebnis – rückte das Paar damit am Ende auf den dritten Platz vor. Großes Aufatmen beim frisch gebackene Bronzemedaillengewinner: "Endlich hat einmal alles geklappt - von der Dressur übers Gelände bis ins Springen", sagt er. "Das war eine Fleißmedaille. Er hat sich wirklich reingekniet und sich das erarbeitet. Schön, dass das hier belohnt worden ist", sagt Bundestrainerin Julia Krajewski.

EM Fontainebleau 2018 German Eventing

Alina Dibowski, die ebenfalls mit Medaillenaussichten ins Springen gestartet war, landete mit ihrem Endstand von 31,4 Minuspunkten auf Platz sieben. Calvin Böckmann, der am Morgen bereits den ersten Umlauf des Springreiter-Finales bei den Junioren bestritten hatte, wurde mit 32,8 Minuspunkten Zehnter. "Generell muss man sagen, dass keiner der Junioren hier schlecht geritten ist. Es gibt eben Jahre, da wachsen alle über sich hinaus und andere, da fehlt am Ende das Quäntchen Glück. Es ist natürlich schade für Alina, ich hätte ihr die Medaille wirklich gegönnt. Oder auch für Calvin, der sich mit seinem Pferd in diesem Jahr toll entwickelt. Das geht ja auch nicht von alleine. Überhaupt ist es top, wie das Team hier funktioniert hat. Es war immer eine gemeinsame Sache, auch wenn wir uns am Ende von Gold auf Bronze verschoben haben", sagt Julia Krajewski.

EM-Newcomerin Kaya Thomsen (Lindewitt), die kurzfristig ins Team nachgerückt war, beendete die EM mit Caspar auf Platz 45. Eine Verweigerung an einem Geländehindernis mit „Guckeffekt“ und vier Abwürfe im Springen trugen ihr am Ende 67,7 Minuspunkte ein. Sie startete bei ihrer Championatspremiere als Einzelreiterin, ebenso wie Greta Busacker (Münster) mit Coco Maurice. Die Tochter von Ingrid Klimke hatte nach einem guten Dressurstart bei der Geländeprüfung drei Anläufe für die Heckenkombination 6a/b gebraucht, war danach gut ins Ziel gekommen, zog aber vor dem Springen zurück. "Beide Reiterinnen sind erst 15 Jahre alt und haben noch drei Jahre Juniorenzeit vor sich. Sie haben sich hier gut gut geschlagen und nehmen viele wertvolle Erfahrungen mit", sagt die Bundestrainerin.

Neue Europameisterin ist die Französin Anouk Canteloup mit Daniel del Impermeable, die Silbermedaille sicherte sich die Britin Heidi Coy mit Royal Fury.

Emma Brüssau ist Vizeeuropameisterin

Hella Meise auf Platz zehn / Deutsche Mannschaft auf Platz acht

Emma Brüssau ist Vizemeisterin der U21-Vielseitigkeitsreiter. Dank einer Nullrunde im abschließenden Springen konnte sich die Deutsche Meisterin bei den Europameisterschaften in Fontainebleau die Silbermedaille sichern. Darüber hinaus belegte Hella Meise mit First Flight’s Beauty Platz zehn in der Einzelwertung.

EM Fontainebleau 2018 German Eventing

Mit der besten Dressur aller 62 Teilnehmer an den U21-Europameisterschaften legte Emma Brüssau den Grundstock für ihre Medaille. Im Gelände fehlten der Schriesheimerin und ihrer Rappstute Dark Desire GS nur ein paar Sekunden zur Nullrunde, so dass sie im Zwischenstand Platz fünf belegte. Beim Stand von 31,3 Minuspunkten sollte es dann auch im Springen bleiben. Danach tat die Konkurrenz ihr Übriges, um Emma Brüssau weiter nach vorne zu bringen. Einer nach dem anderen fiel mit Abwürfen hinter sie zurück. Lediglich Spitzenreiter Victor Levecque aus Frankreich drehte ebenfalls eine Nullrunde und sicherte damit nicht nur sich, sondern auch seinem Team die Goldmedaille.

Für die deutsche Mannschaft stand die U21-Europameisterschaft dagegen unter einem weniger guten Stern. In der obligatorischen Verfassungsprüfung am Sonntagmorgen wurde der Holsteiner Carismo von Titelverteidigerin Hanna Knüppel (Warendorf) nicht zum Springen zugelassen. Ohne das Resultat des nach Dressur und Gelände höchstrangierten deutschen Paares fiel die Mannschaft vom zweiten auf den vierten Platz zurück, allerdings immer noch mit Chancen auf eine Medaille. Diese war allerdings vertan, als Fritz Ludwig Lübbeke (Wingst) im Parcours unfreiwillig aus dem Sattel seiner Stute Caramella kam und damit ausscheiden musste. "Bei dieser EM ging es wirklich immer rauf und runter. Schade auch Fritz Ludwig, der in den letzten zwei im Springen eigentlich immer fehlerfrei war. Hier hat aber einfach seinen Rhythmus nicht gefunden", sagt Bundestrainer Frank Ostholt. Bedingt durch den doppelten Ausfall landete die deutsche Mannschaft auf Platz acht, an der der Spitze von drei Teams mit nur noch zwei Reitern in Wertung.

Hella Meise, die die in sie gesetzten Erwartungen als „Pathfinder“ des deutschen Teams des Geländes mit einer schnellen Nullrunde voll erfüllte, musste im abschließenden einen Abwurf in Kauf nehmen und landete mit 37,4 Minuspunkten auf Platz zehn.

Unter den Top 20 beendeten die beiden Einzelreiterinnen die EM. Antonia Baumgart (Düsseldorf), die zusammen mit Emma Brüssau im Frühjahr einen längeren Trainingsaufenthalt bei Ex-Bundestrainer Chris Bartle verbracht hat, blieb im Springen mit ihrem Schimmel Lamango ebenfalls fehlerfrei und belegt damit Platz 19 (41,4 Minuspunkte), unmittelbar vor Anais Neumann (Nürmbrecht) mit Inka van de Vrobiehoeve (42,5).















Bericht: Uta Helkenberg/FN-Press
Fotos: Karen Duffy + Ben Clark
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