17|06|18 // Julia Krajewski gewinnt das CIC3* Luhmühlen und wird neue Deutsche Meisterin

Silber für Klimke, Bronze für Hoy / Christoph Wahler gewinnt U25-Förderpreis-Sonderwertung

Die Deutsche Meisterin in der Vielseitigkeit heißt Julia Krajewski. Mit Samourai du Thot beendete die Warendorferin die internationale Drei-Sterne-Prüfung in Luhmühlen mit ihrem Dressurergebnis von nur 19,9 Minuspunkten vor Ingrid Klimke mit SAP Hale Bob OLD und Bettina Hoy mit Designer.

Luhmühlen 2018 German Eventing

Nur eine Woche nach ihrem überragenden Sieg im CCI3* Bramham mit Chipmunk FRH, stand Julia Krajewski mit Samourai du Thot nun in Luhmühlen erneut auf dem Treppchen. Und wieder mit einem Dressurergebnis von unter 20 Punkten „Ich glaube, Sam hat der Eichenkranz im letzten Jahr so gefallen, den wollte er wiederhaben“, sagte die Vorjahressieger im CCI4* bei der Siegerehrung. „Es ist mein erster Titel bei Deutschen Meisterschaften, bislang kam ich da noch nicht mal in die Nähe. Ich glaube, ich war mal Fünfte vor vielen Jahren“, sagte die Junioren-Bundestrainerin, die als eine von zwei Startern sowohl im Gelände aus auch im Springen komplett fehlerfrei blieb.

Einen Abwurf im Parcours leistete sich dagegen Ingrid Klimke mit SAP Hale Bob – ohne damit jedoch ihren Silberrang im CIC3* und der Meisterschaft zu gefährden. „Ich finde das nicht schlimm. Im letzten Jahr hatten wir hier unseren einzigen Springfehler und man hat ja gesehen, welch erfreuliches Ergebnis die Saison genommen hat“, sagte die Europameisterin, die Prüfung mit 25,9 Minuspunkten beendete. „Und Julia hätte ich ja auch mit einer Nullrunde nicht mehr einholen können.“ Auf dem Bronzerang landete Titelverteidigerin Bettina Hoy (Rheine) mit Designer. Sie war nach Dressur noch Zweite, im Gelände, wie auch im Springen aber ein bisschen zu langsam. Einen Strafpunkt für Zeitüberschreitung kam im Springen zu der ansonsten fehlerfreien Runde hinzu. In der internationalen Wertung musste Hoy mit ihrem Endstand von 28,9 Minuspunkten noch dem Japaner Yoshiaki Oiwa mit The Duke of Cavan den Vortritt lassen. „Ich bin sehr glücklich. Es war hier meine erste Prüfung in diesem Jahr, weil ich in den letzten Wochen mit dem Team Niederlande unterwegs war. Und wenn ich schon jemand in einer internationalen Prüfung den Vortritt lassen muss, dann doch am liebsten einem ehemaligen Schüler“, sagte sie mit Blick auf den Japaner, der seit beinahe zehn Jahren in Deutschland lebt und trainiert.

Christoph Wahler gewinnt Sonderwertung im U25-Förderpreis Den vierten Platz in der Deutschen Meisterschaft sicherte sich mit einer der jüngsten Teilnehmer: Christoph Wahler aus Bad Bevensen und seit Ende 2015 Mitglied der Perspektivgruppe in Warendorf, blieb mit seinem Holsteiner Schimmel Carjatan S im Springen fehlerfrei und machte damit in der letzten Teilprüfung noch einmal einen Platz in der Meisterschaftswertung gut. „Es war erst unsere zweite Drei-Sterne-Prüfung und man merkte schon, dass es ihm hier und da noch an Routine fehlt“, sagte Wahler. „Als ich hierhergekommen bin, wollte ich eine gute Dressur reiten und das Ergebnis in Gelände und Springen dann ordentlich nach Hause bringen. Über die Platzierung habe mir gar keine Gedanken gemacht“, sagte der 24-Jährige. MIt seiner Topplatzierung sicherte er sich zugleich den Sieg in der Sonderwertung des U25-Förderpreises vor Niklas Bschorer (Dinkelsbühl) mit TomTom Go (Platz acht in der DM-Wertung) und dem jüngsten Deutschen im Starterfeld, Jan Matthias mit Granulin (Platz zehn). .



Bericht: Uta Helkenberg
Fotos: Thomas Ix
Alle Ergebnisse:rechenstelle.de


17|06|18 // Jonelle Price gewinnt die von DHL präsentierte CCI****

In einem Gänsehautfinale gewann die Neuseeländerin Jonelle Price auf Faerie Dianimo die CCI**** mit 28,30 Punkten. Mit einer fehlerfreien Springrunde sichert sich Laura Collett mit Mr Bass (29,90) Platz zwei, gefolgt von Rosalind Canter und Zenshera (ebenfalls 29,90) auf Platz drei.

Luhmühlen 2018 German Eventing

Die diesjährige Badminton- siegerin hat das zweite CCI**** in Folge gewonnen. Mit einer überragenden Leistung entschied Jonelle Price die Vier-Sterne-Prüfung 2018 in Luhmühlen für sich und folgt damit ihrem Mann Tim Price, der 2014 selbst in Luhmühlen siegreich war. Mit der 13-jährigen Stute hatte sie ein ganz besonderes Pferd gesattelt: „Faerie kann auch mal ein bisschen verrückt sein, Genie und Wahnsinn liegen bei ihr dicht beieinander. Sie ist etwas kompliziert in der Dressur, sehr stark im Gelände und springt als wäre sie riesig, dabei ist sie so klein. Aber all diese Eigenschaften machen sie zu dem tollen Pferd, die sie heute ist und zeichnen sie aus.“ Jonelle, die im August 2017 einen Sohn zur Welt gebracht hat, ergänzt: „Wenn mir im Januar jemand gesagt hätte, dass ich hier heute mit zwei Vier-Sterne-Siegen sitze, hätte ich ihn für verrückt erklärt, umso mehr freue ich mich, dass ich so schnell wieder zu meine alten Form zurückgefunden habe und heute diesen fantastischen Sieg feiern kann.“ Sie dankte Julia Otto und dem gesamten Team der Turniergesellschaft Luhmühlen (TGL) für die hervorragenden Bedingungen und Gastfreundschaft, die sie und ihr Team für die Teilnehmer während der gesamten Woche in Luhmühlen geschaffen haben.

Auf den Plätzen zwei und drei folgten mit exakt der identischen Punktzahl die britischen Teamkolleginnen Laura Collett und Rosalind Canter. In diesem Fall konnte Laura, mit einer von nur wenigen Geländerunden innerhalb der erlaubten Zeit und damit dem besseren Geländeergebnis, den zweiten Platz für sich sichern und war überglücklich über ihr Pferd Mr Bass: „Vor dem Springen musste ich mir immer wieder vor Augen führen, dass es kein anderes Pferd gibt, auf dem ich heute lieber sitzen würde als Mr Bass. Ich habe ihm einfach nur vertraut, dass er alles richtig machen wird.“ Beeindruckt von der Performance, die ihr Pferd die ganze Woche gezeigt hatte fügte sie emotional hinzu: „Er ist mein bester Freund! Wir kennen uns nun schon so lange und haben eine ganz besondere Beziehung zueinander, ich bin so glücklich und dankbar, dass ich ihn reiten darf.“ Rosalind Canter, die bereits 2017 in Luhmühlen mit Zenshera in der CCI**** an den Start gegangen ist, kam dieses Jahr mit gewachsenen Selbstvertrauen zurück und freute sich über eine perfekte Woche: „ Mein Pferd war die ganze Woche über ein Star. Er hat in allen drei Teilprüfungen sein Bestes gegeben, im Springen ist er u¨ber sich selbst hinausgewachsen. Ich hätte wirklich nicht mehr von ihm erwarten können und bin überglücklich über den dritten Platz.“

Overnightleader nach dem Gelände, Boyd Martin (AUS) hatte sein Pferd Shamwari 4 auf Grund einer vermuteten Sehnenzerrung zurückgezogen und in der abschließenden Verfassungsprüfung nicht mehr präentiert. Alec van den Abeele, Teamchef der belgischen Equipe, dankte Julia Otto und dem gesamten Team der TGL für die Hilfe und Unterstützung am gestrigen Tag. Im Namen von Chloe Raty und auf ihre Bitte hin, dankte er ihr insbesondere für die hervorragende tierärztliche Versorgung, die Ihr Pferd Axel Z erfahren hat.



Bericht: TGL
Fotos: Thomas Ix


16|06|18 // CIC3* Gelände - Deutsche Topreiterinnen bauen durch Nullrunden ihre Führung aus

Julia Krajewski führt mit Samourai du Thot die Deutsche Meisterschaft Vielseitigkeit in Luhmühlen weiter an, dicht gefolgt von Ingrid Klimke (Münster) mit SAP Hale Bob OLD. Mit einem Zwischenstand von 19,9 bzw. 21,9 Minuspunkten trennt das Spitzenduo kein Abwurf vor dem abschließenden Springen.

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Die beiden deutschen Spitzenreiterinnen waren neben dem Schweden Niklas Lindbäck mit Focus Filiokus die einzigen, denen eine Nullrunde durch das rund 3.300 Meter lange Gelände gelang. „Ich muss mich bei meinem Pferd entschuldigen, dass ich ihm nicht zugetraut hatte, hier in die Zeit zu laufen“, sagte Julia Krajewski. „Aber er ist einfach schlau, zieht die Sprünge an und ist immer flink am Sprung, das hat wirklich Spaß gemacht.“ Ingrid Klimke bestätigte: „Es war total klasse, Bobby zog von der Startbox aus, war immer zehn Sekunden vor der Zeit, so dass ich mir an den entscheidenden Aufgaben Zeit nehmen konnte.“ Der Dank beider Reiterinnen galt dem Aufbauer Mike Etherington-Smith und dem gesamten Luhmühlener Team, das in den vergangenen Wochen alles daran gesetzt hat, die Strecke bestmöglich für die Teilnehmer zu präparieren.

Ein paar Sekunden zu langsam kam die nach Dressur noch zweitplatzierte Bettina Hoy mit Designer ins Ziel. Die Titelverteidigerin tauschte damit den Platz mit Ingrid Klimke und rangiert mit 28,8 Minuspunkten in der Meisterschaftswertung auf dem Bronzerang, gefolgt von Lokalmatador Andreas Dibowski (Döhle) mit FRH Butts Avedon (32,2). Aktuell Fünfter in der DM-Wertung ist Perspektivgruppenmitglied Christoph Wahler (Bad Bevensen/Warendorf) mit Carjatan S, der damit zugleich die Sonderwertung im U25-Förderpreis anführt.

Traditionell wird die Deutsche Meisterschaft im Rahmen einer internationalen Drei-Sterne-Kurzprüfung (CIC3*() ausgetragen. In der internationalen Wertung rückte der Italiener Pietro Roman mit dem 16-jährigen irischen Vollblüter Baraduff an die dritte Stelle hinter Krajewski und Klimke vor. „Es ist mir eine Ehre, hier neben diesen beiden Reiterinnen zu sitzen“, sagte er in der Pressekonferenz. Bezüglich des Springens hat er allerdings kaum Hoffnungen. „Mein Pferd ist ein Star im Gelände, aber weniger im Parcours“, deutete er an.

Bis auf drei beendeten alle 21 deutschen Paare die Geländeprüfung, zwei hatten vorab auf den Start verzichtet, darunter Weltmeisterin Sandra Auffarth (Ganderkesee), deren Nachwuchspferd Daytona Beach sich in der Dressur sehr durch die Atmosphäre im Dressurstadion hatte beeinflussen lassen.



Bericht: Uta Helkenberg
Fotos: Diana Jung


16|06|18 // US-amerikanische Führung im CCI4*

Der US-Amerikaner Boyd Martin und der 16-jährige Shamwari haben sich in der internationalen Vier-Sterne-Vielseitigkeit (CCI4*) in Luhmühlen die besten Voraussetzungen für einen Sieg geschaffen. Dem Paar gelang eine der wenigen Nullrunden durch die Geländestrecke, so dass es für sie beim Dressurergebnis von 27,4 Minuspunkten blieb.

Insgesamt warf die Geländeprüfung das Ranking heftig durcheinander. Mit einer schnellen Runde rückte die aktuelle Badminton-Siegerin Jonelle Price aus Neuseeland auf den zweiten Platz vor (28,3). Sie startete in Luhmühlen den 13-jährigen Faerie Dianomo und benötigte für den rund 6.600 Meter langen Kurs nur drei Sekunden länger als erlaubt. 15 Plätze machte die Britin Laura Collett mit dem ehemaligen Weltmeister der jungen Vielseitigkeitspferde, dem Holsteiner Mr. Brass gut. Sie rangiert mit 29,9 Minuspunkten auf Platz drei vor dem abschließenden Springen.

Luhmühlen 2018 German Eventing

Sogar 23 Plätze rückte Jörg Kurbel (Rüsselsheim) mit Josera’s Entertain You nach vorne. Als einziger der vier deutschen Reiter machte er keinen Hindernisfehler und belegt damit den vorläufigen Platz 15 (46,6). Felix Etzel beendete sein Vier-Sterne-Debüt mit einem Vorbeiläufer an Hindernis 6c (69,2/Platz 20), Andreas Dibowski (Döhle) leistete sich mit FRH Llanero nach einem Vorbeiläufer an einem Eckensprung einen zweiten Fehler am zweiten Wasser (93,9/Platz 27). Falk-Filipp-Finn (Ruppertshofen) gab mit FBW Gina K auf der Strecke auf.

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Insgesamt gab es im Gelände zahlreiche Vorbeiläufer, die die Rangierung veränderten oder die Reiter sogar zum Ausscheiden brachten. Darüber hinaus waren auch zwei Stürze zu verzeichnen. So musste der nach Dressur zweitplatzierte Neuseeländer Jesse Campbell mit seinem Cleveland unfreiwillig in Wasser. Beide waren aber schnell wieder auf den Beinen. Einen traurigen Ausgang fand dagegen der Sturz der Belgierin Chloe Raty mit Axel Z an Hindernis 18b, einem Steilsprung nach dem ersten Teich. Wie sich bei umfassender Untersuchung in der Klinik ergab, blieb die Reiterin unverletzt. Bei ihrem Pferd Axel Z, das ebenfalls umgehend tierärztlich untersucht und in die Tierklinik gebracht wurde, stellten sich dagegen schwerwiegende Wirbelsäulenverletzung ohne Chance auf Heilung heraus. Der elfjährige Wallach wurde nach Rücksprache mit den Besitzern eingeschläfert. „Ein riesiger Verlust für Chloe Raty“, sagte der belgische Equipechef Alec Van den Abeele. „Sie hat das Pferd vierjährig bekommen und selbst ausgebildet. 2014 nahm das Paar an den Europameisterschaften der Jungen Reiter in Portugal teil. Die beiden sind zusammen in den Sport hineingewachsen. Es ist ihr einziges Toppferd.“ Auch Parcourschef Mike Etherington-Smith drückte sein Bedauern über den Unglücksfall aus. Bei dem Hindernis handelte es sich um ein so genanntes Sicherheitshindernis. „Offenbar war die Einwirkung nicht hoch genug, um ein Herunterklappen auszulösen. Diese Hindernisse sind so konzipiert, das Risiko zu minimieren, eine Garantie gibt es leider nicht“, sagte er. Das Hindernis wurde direkt nach dem Sturz aus der Prüfung genommen.



Bericht: Uta Helkenberg
Fotos: Diana Jung


15|06|18 // DHL präsentiert CCI**** - Tim Lips und Bayro in Führung nach der Dressur

Mit einer nahezu makellosen Vorstellung konnte sich Tim Lips (NED) auf Bayro (24,10) mit einem hauchdünnen Vorsprung vor seiner Konkurrenz behaupten. Ihm folgen mit nur kleinem Abstand Jesse Campbell (NZL) mit Cleveland (24,60) und Shane Rose (AUS) mit CP Qualified (25,54).

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Tip Lips kam nach seiner Dressur aus dem Strahlen nicht mehr heraus und lobte sein Pferd überschwänglich für die Leistung, die er heute im Dressurviereck gezeigt hat: „Bayro war heute einfach nur super! Sogar als ich während der Aufgabe meinen Steigbügel verloren habe und mich etwas hilflos gefühlt habe, da ich ihn nicht sofort wieder aufnehmen konnte, hat Bayro unbeirrt ein nach dem nächsten abgeliefert. Unterstützung habe ich von meinem Dressurtrainer bekommen, der extra für den heutigen Tag aus Holland angereist ist, um mir letzte Tipps zu geben. Es passte einfach alles!“ Anschließend schwärmte Tim noch über den morgigen Geländekurs: “Ich fühle mich super vorbereitet für morgen. Ich reite Bayro jetzt schon zum vierten Mal hier in Luhmühlen und er gab mir jedes Jahr ein gutes Gefühl, daher bin ich sehr zuversichtlich, dass wir beide morgen Spaß haben werden. Der Kurs ist deutlich anspruchsvoller geworden, wobei die verschiedenen Aufgabenstellungen allesamt klar für die Pferde zu erkennen sind. Bislang ließen sich die Kurse von Mike Etherington-Smith immer schön und flüssig reiten, also bin ich zuversichtlich, dass dies morgen auch so sein wird.“

Mit nur 0,5 Punkten Abstand liegt Jesse Campbell auf dem zweiten Platz und zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden: „Mein Pferd ging heute eine tolle Dressur und war auf den Punkt fit. Da er auch mal ein bisschen wild sein kann, reite ich ihn normalerweise sehr intensiv ab. Dieses Mal habe ich ihm einfach vertraut, unsere Routine in der letzten Woche umgestellt und ihm etwas mehr Zeit zum Entspannen gegeben – zum Glück mit Erfolg.“ Der Neuseeländer ist sich sicher, dass sich sein Pferd nun auf das Galoppieren durch die Luhmühlener Heide freut: „Der Kurs bietet einem alles, was man bei einem Vier-Sterne-Kurs erwarten kann und ist dabei überall fair. Die Aufgaben sind deutlich zu erkennen. Wenn ich es schaffe, während des gesamten Kurses voll konzentriert zu sein und alle Hindernisse präzise anreite, sollten wir in der Lage sein eine gute Runde abzuliefern.“

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Shane Rose hatte allen Grund sich über den dritten Platz nach der Dressur zu freuen, nachdem er erst vor zwei Tagen erst aus Australien angereist ist: „Obwohl mein Pferd und ich nur zwei Tage Zeit hatten, uns gemeinsam auf diese Vier-Sterne-Prüfung vorzubereiten, lief alles voll nach Plan. Abgesehen von dem ersten Galoppwechsel, den ich leider verhauen habe, war der Rest der Aufgabe super flüssig. Jetzt freue ich mich auf das Gelände morgen, insbesondere weil die Art der Streckenführung meinem Pferd und mir sehr liegt. Die Bodenverhältnisse sind perfekt und wenn wir beide morgen einen guten Tag erwischen, können wir eine saubere Runde abliefern. Die vielen verschiedenen Komplexe werden einiges an Zeit kosten und müssen auf den Punkt geritten werden, das wird sich sicherlich Einfluss auf die Bestzeit haben.“

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Bericht: TGL
Fotos: Thomas Ix


15|06|18 // Julia Krajewski (GER) overnight leader in der CIC*** Meßmer Trophy

Mit einer perfekten Dressurvorstellung ihres Pferdes Samourai du Thot ging Julia Krajewski (GER) in der CIC*** Meßmer Trophy mit nur 19,9 Punkten in Führung. Auf den Plätze zwei und drei liegen derzeit Bettina Hoy (GER) mit Designer (21,2) und Ingrid Klimke (GER) mit SAP Hale Bob OLD (21,9).

Luhmühlen 2018 German Eventing

Bei schönstem Wetter bot der zweite Dressurtag der CIC*** Meßmer Trophy, zugleich Deutsche Meisterschaft der Vielseitigkeitsreiter, den zahlreichen Zuschauern Dressuren par excellence. Insbesondere die deutschen Reiterinnen und Reiter konnten sich mit ihren Vorstellungen gute Ausgangspositionen für den morgigen Geländetag sichern. Allen voran brillierte Julia Krajewski im Luhmühlener Stadion, von dessen beeindruckender Atmosphäre sich Samurai du Thot nicht ablenken ließ: „Bei dieser großen Konkurrenz habe ich gar nicht erwartet, so weit vorne zu liegen und konnte es gar nicht fassen, als ich unser super Ergebnis gesehen habe. Ich bin unglaublich zufrieden mit meinem kleinen „Springpony“. Sam ging die ganze Aufgabe so konzentriert, dass er die Stimmung im Station erst wahrgenommen hat, als wir mit der Aufgabe fertig waren. Er will einfach immer alles richtig machen, das ist so ein tolles Gefühl. Jetzt freue ich mich schon auf den morgigen Geländekurs, der meiner Einschätzung nach alles abfragt und viele verschiedene Aufgaben für Pferd und Reiter zu bieten hat. Ich bin gespannt, wie sich die neu designte Strecke reiten lässt und glaube, dass es eine Herausforderung sein wird, die Bestzeit zu erreichen.“

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Bettina Hoy sicherte sich mit dem zweiten Platz ebenfalls eine hervorragende Ausgangsposition. Für die niederländische Cheftrainerin ist die CIC*** Meßmer Trophy die erste Drei-Sterne-Prüfung für Designer und sie in diesem Jahr. „Designer liebt es hier in Luhmühlen an den Start zu gehen. Er hat meine Erwartungen an die Dressur heute voll erfüllt und hat keinen einzigen Fehler gemacht, er war perfekt! Nun stelle ich mich gedanklich aber schon auf das Gelände ein. Der Kurs ist anspruchsvoll aber auch wunderschön gebaut.Ich denke Mike Etherington-Smith hat einen tollen Job gemacht und einen großartigen Kur über das letzte Jahr entwickelt.“

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Ingrid Klimke war nach ihrem Ritt mit SAP Hale Bob OLD ähnlich euphorisch, wie die vor ihr liegenden Damen: „Ich bin unfassbar glücklich, Bobby hätte nichts besser machen können. Er fühlte sich frisch und zugleich entspannt an, insbesondere die Verstärkungen konnte ich dadurch sehr ausdrucksstark herausreiten. “Die Vorfreude auf das Gelände war auch ihr anzumerken: „Der Kurs sieht traumhaft aus und hat einfach alles zu bieten, was einen guten Drei-Sterne-Kurs auszeichnet. Um innerhalb der erlaubten Zeit zu bleiben, muss man über die gesamte Strecke das richtige Tempo wählen und darf keine wertvollen Sekunden verschenken“.



Bericht: TGL
Fotos: Thomas Ix


14|06|18 // Bettina Hoy und Leonidas II in die Hall of Fame aufgenommen

Seit 2007 werden im Rahmen des internationalen Vielseitigkeitsturniers in Lumühlen je ein verdientes Pferd und ein Reiter in die Hall of Fame der Disziplin aufgenommen. In diesem Jahr waren es Bettina Hoy und die ehemalige St. Georg-Chefredakteurin Gabriele Pochhammer als Züchterin des unter Mark Todd erfolgreichen Holsteiners Leonidas II, die sich im Rahmen eines Empfangs für Reiter, Pferdebesitzer, Sponsoren und Offizielle feiern lassen durften.

„Zum Vielseitigkeitssport gehören unheimlich viel Passion und Leidenschaft. Und jeder träumt einmal davon, mal Olympische Spiele oder Badminton zu reiten. Aber auch wir Züchter haben einen Traum“, sagte Burkhard Wahler, Chef des Klosterhofs Medingen, in seiner Laudatio. „Wenn ein Fohlen geboren wird, dann geht der Züchter in den Stall und passt auf, dass das Fohlen trinkt, und dann holt er eine Pulle Sekt und trinkt das erste Glas und freut sich, dass alles gut und gesund ist. Und beim zweiten Glas fängt er an zu überlegen, was könnte aus dem mal werden. Und wenn er das dritte oder vierte Glas ausgetrunken hat, dann denkt er, der geht auch mal auf die Olympiade. Und Sie werden es nicht glauben: Solche Wünsche gehen auch manchmal in Erfüllung.“

So wie für Gabriele Pochhammer, die in Windeby mit ein bis zwei Stuten eine kleine Holsteiner Zucht betreibt. Schon bei der Geburt von Leonidas, einem Sohn des Landos aus ihrer Stute Nairobi III von Parco xx, im Jahr 2004 träumte sie davon, dass ihn einmal Mark Todd reiten möge. Nicht zuletzt dank der Vermittlung durch Philipp Kolossa landete der zweimalige Olympiasieger aus Neuseeland einige Jahre später tatsächlich im Sattel des Braunen. „Seitdem hat das Paar 76 nationale und internationale Vielseitigkeitsprüfungen bestritten, 66 davon ohne Hindernisfehler, und war 46 Mal in den Top Ten platziert“, zählte Wahler auf. Insgesamt neun Mal nahmen die beiden an Vier-Sterne-Prüfungen teil, beendeten das CCI4* Badminton fünf Mal ohne Hindernisfehler, starteten zwei Mal bei Weltmeisterschaften und belegten bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 Platz sieben. „Hier ist Züchtertraum wahr geworden – dank der Qualität des Pferdes, dank des Ausnahmekönners und –reiters Mark Todd und dank dieser Züchterin, die sich Gedanken gemacht hat, wie man ein ganz besonderes Pferd züchten kann“, schloss Wahler. „Es macht einen als Züchter wahnsinnig glücklich, wenn sein Pferd so einen Weg geht.

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In den meisten Fällen hat man aber relativ wenig Einfluss darauf. Und wenn dann ein Mark Todd sich eines solchen Pferdes annimmt und ihn so fabelhaft ausbildet und so sorgsam in den Sport bringt, da kann man als Züchter nur davon träumen. Und das ist es auch, was einen als Züchter bei der Stange hält“, sagte Gabriele Pochhammer, von der Ehrung völlig überrascht. „Ich bin überwältigt und überglücklich und kann gar nicht sagen, wie es mir gerade geht: einfach viel zu gut.“

Die beachtliche Erfolgsbilanz von Leonidas II wird getoppt durch die von Bettina Hoy, die seit fast 35 Jahren im Sport erfolgreich ist. Bereits 1984 beendete sie als 21-Jährige ihre ersten Olympischen Spiele in Los Angeles mit Mannschaftsbronze. Damals saß sie im Sattel ihres ersten Erfolgspferdes Peacetime. „Es war bei einem Lehrgang in Warendorf 1983, als der spätere Mannschaftsolympiasieger Peter Luther mit Livius einen richtig schweren Parcours sprang, der uns alle beeindruckte. Da sagte Bettina, das kann ich auch. Und machte es Luther mit ihrem Vielseitigkeitspferd nach“, erinnerte sich Laudator Hinrich Romeike an seine erste Begegnung mit Bettina Hoy, die damals noch Overesch hieß.

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Insgesamt nahm Hoy an zehn Europameisterschaften teil, an vier Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen. Zu ihren größten Erfolgen zählen der EM-Einzeltitel 1997 und Mannschafts-Gold bei den WM 2006 in Aachen. Vier Mal war sie Deutsche Meisterin, zuletzt im vergangenen Jahr. Die meisten Erfolge feierte sie mit selbst ausgebildeten Pferden, wie eben mit dem bereits genannten Peacetime, aber auch Ringwood Cockatoo, Designer, Seigneur Medicott oder Watermill Stream, der selbst seit 2007 einen Platz in der Hall of Fame hat. „Einen Ausnahmeathleten erkennt man aber daran, wie er mit Niederlagen umgeht“, sagte Romeike. „Bettina hat ihre wohl größte Niederlage, die Aberkennung der verdienten Goldmedaillen nach den Olympischen Spielen 2004, direkt mit einem Sieg im CCI3* Boekelo quittiert. Die nicht mögliche Teilnahme an den Olympischen Spielen in Hongkong, als sich ihr Pferd vier Wochen zuvor in Aachen verletzte, hat sie mit einem Sieg im CCI4* in Pau im selben Jahr beantwortet. Man sagt ja immer, wirkliche Champions stehen nach Niederlagen wieder auf. Das hat sie gezeigt, wie sonst niemand.“



Bericht: TGL
Fotos: Thomas Ix


14|06|18 // Doppelführung durch Kitty King (GBR) und Boyd Martin (USA) in der von DHL präsentierten CCI****-Dressur

Kitty King war überaus zufrieden mit ihrer Dressur. Insbesondere freute sie sich über die Leistung ihres Pferdes, da Ceylor L A N seit den Olympischen Spielen in Rio 2016 an keiner großen Vielseitigkeit mehr teilgenommen hat: „Er ging wirklich ganz toll heute, ich hätte nicht mehr von ihm erwarten können, ich bin total glücklich“.

Ähnlich begeistert war Boyd Martin nach seiner Vorstellung und freute sich über die positive Entwicklung von Shamwari 4: „Mit Hilfe unseres neues Teamtrainers haben wir es geschafft, die

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Galopptour deutlich zu verbessern. Der Unterschied war heute deutlich zu spüren, Shamwari gab mir ein tolles Gefühl.“

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Vittoria Panizzons Checkers Play The Game geht an diesem Wochenende seine erste Vier-Sterne-Prüfung und erfüllte die Erwartungen seiner Reiterin voll und ganz: „Er hat während der gesamten Aufgabe sein Bestes gegeben. Lediglich ein Galoppwechsel klappte nicht so wie geplant, aber der Rest war brillant. Sein toller Schritt wurde sogar mit einer Neun von allen drei Richtern belohnt, darauf kann man wirklich stolz sein!“

Die drei bisher führenden Reiter sind sich bezüglich des von Mike Etherington-Smith gebauten Geländekurses einig, dass dieser alles beinhaltet, was von einem Vier-Sterne-Kurs erwartet wird: Springvermögen, präzises Reiten und volle Konzentration von Pferd und Reiter. Vittoria Panizzon bringt es auf den Punkt: „Meine Vorfreude auf den schön gebauten Geländekurs am Samstag wächst von Tag zu Tag.“



Bericht: TGL
Fotos: Thomas Ix


14|06|18 // Julia Mestern führt nach dem ersten Dressurtag in der CIC*** Meßmer Trophy

Mit einer korrekten und ausdruc ksstarken Dressur setzte sich Julia Mestern (GER) auf Grand Prix IWEST mit 26,20 Punkten an die Spitze des stark besetzten Drei - Sterne - Feldes. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Josefa Sommer (GER) mit Hamilton 24 (26,80) u nd Pietro Sandei (ITA) auf Rubis de Prere (27,90)

Luhmühlen 2018 German Eventing

Julia Mestern, die auch im Dressursa ttel bis Grand Prix erf olgreich ist, lieferte eine nahezu perfekte Vors tellung ab: „ Das war unsere bislang beste Dressur und wir hatten richtig viel S paß . Ich h abe während des Ritts die ganze Zeit gelächelt und das ist immer ein gutes Zeichen. W enn man Zeit hat zu lächeln bedeutet es, dass man alles richtig macht . W ir hatten zwei kleine Wackler: das E inreiten und zwei Wechsel waren nicht ganz optimal , das können wir eigentlich besser . Insgesamt war er aber total konzentriert . Die A tmosphäre im Stadion ist wirklich gigantisch . I ch liebe es , in Luhmühlen zu reiten “ , so die gebürtige Hamburgerin. D icht auf den Fersen der Pferdewirtschaftsmeisterin liegt Josefa Sommer mit ihrem 16 - jährigen Ham ilton : „ Ich bin super hap py mit der Leistung von Hannes . Wir ste igern unser Dressurergebnis in diesem Jahr von Turnier zu Turnier und haben hier u nsere vorerst beste Leistung abgeliefert. Unsere Prüfung fing sehr stark an, am Galopp müssen wir einfach stetig arbeiten . D ie Galoppwechsel fie len ihm schon immer schwer, aber seit diesem Jahr springt er sie sehr schön durch und darüber bin ich seh r glücklich. Dafür h abe ich mir auch noch ein paar T ipps von Ingrid Klimke geholt, damit sie zukünftig noch besser und ausdrucksvoller werden. “

Stimmen über das CIC*** Gelände

Hans Melzer :
„ Deutlich anspruchsvoller als letztes Jahr, es wird alles abg efragt aber es sind sehr klare Aufgabenstellungen für Pferd und Reiter und flüssig zu reitende Passagen, so dass die Bestzeit für gut trainierte Pferde erreichbar sein sollte. “ Julia Mestern: „ Das G elände ist anspruchsvoll und technisch knifflig. E s ist viel zu springen, doch das liegt meinem Pferd und es ist nun mal eine Drei - Sterne - Prüfung – also sollte sie auch anspruchsvoll sein. Ich freue mich sehr auf Samstag ! “

Josefa Sommer :
„ Ich freue mich sehr auf das Gelände. Es ist schwer aber schön gebaut. Techn isch ist es anspruchsvoll. “



Bericht: TGL
Fotos: Thomas Ix


13|06|18 // CCI4* 1. Verfassungsprüfung in Luhmühlen

50 Pferde des CCI4* wurden im Rahmen der ersten Verfassungsprüfung der Richtergruppe und den Tierärzten vorgestellt. Leider, aber sicher mit gutem Grund, bekam das irische Pferd Master Tredstep kein OK.

Luhmühlen 2018 German Eventing
Photo: Andreas Dibowski/GER mit FRH Llanero und Emma McNab/NZL mit Fernhill Tabasco

Vier deutsche Paare sind am Start, angeführt von Andreas Dibowski, der quasi Lokalmatador ist. Eine zeitlang in Luhmühlen beheimatet, betreibt er nun schon seit ein paar Jahren einen eigenen Ausbildungs- und Turnierstall in Döhle, unweit von Luhmühlen. Andreas Dibowski wird in der Viersterneprüfung FRH Llanero satteln, einen 13-jährigen Hannoveraner von Limonit. Für den Wallach ist das CCI in Luhmühlen die erste Viersterneprüfung, in 2017 beendete er zwei CCI3* unter den Top-Ten.

Ihm "zur Seite" stehen drei Viersterne-Newcomer, nämlich Falk-Filip-Finn Westerich mit der 11-jährigen FBW Gina K, einem Deutschen Reitpferd von Grafenstolz, Felix Etzel mit dem 10-jährigen Wallach Bandit, einem Hannoveraner von Betel xx und Jörg Kurbel mit dem 10-jährigen Hannoveraner Josera's Entertain You, einem Wallach von El Bundy.

Der Donnerstag beginnt um 8.10 Uhr mit dem ersten Dressurteil des CIC3*. Als erster Starter wird Peter Thomsen/GER mit Horseware Nobleman den Dressurtag eröffnen. Weiter geht es um 13.10 Uhr mit der Dressur des CCI4*. Vielseitigkeitsweltmeisterin Sandra Auffarth wird mit ihrem Erfolgspferd Opgun Louvo als Vorreiterin die Prüfung eröffnen, bevor um 13.30 Jesse Campbell/NZL mit Amsterdam in das Viereck einreiten wird.



Video des Tages ...



Bericht: GE
Fotos: Thomas Ix