05|11|18 // Rüdiger Schwarz Gelände-Parcourschef der iWest Trophy Marbach

INTERNATIONALE MARBACHER VIELSEITIGKEIT
CCI4*-S I CCIP3*-L I CCI2*-L I CCI2*-S
Save the Date: 08. – 12. Mai 2019

Der verstorbene Gerd Haiber war mehr als „nur“ Gelände-Parcourschef der renommierten Veranstaltung, er war, wie sein Freund, Turnierchef Wolfgang Leiss, sagt, „die Seele des Turniers“. Entsprechend groß ist die Lücke, die er hinterlassen hat. Aufzugeben aber stand für das Marbacher Turnierteam nicht zur Debatte – aus Überzeugung, aus Verbundenheit mit dem Sport und dieser Veranstaltung, und auch, um das Andenken des verstorbenen Freundes zu bewahren. Die Weichen sind gestellt.

„Es ist uns gelungen, mit Rüdiger Schwarz einen renommierten Gelände-Parcoursbauer zu gewinnen, der die Vier-Sterne-Strecke im Sinne Gerd Haibers weiterentwickeln und das einmalige Flair der Kurse auf dem herrlichen Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts bewahren wird“, ist Wolfgang Leiss überzeugt.

Rüdiger Schwarz kennt alle Facetten des Sports. Der gebürtige Holsteiner feierte selbst im Sattel Erfolge auf internationalem Parkett: Er gewann die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften 1979 in Luhmühlen, Mannschaftssilber bei der „Ersatz-Olympiade“ in Fontainebleau 1980 sowie Mannschaftssilber bei den Weltmeisterschaften in Luhmühlen 1982. Seine zweite Karriere startete Schwarz bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Nach einer Ausbildung zum Diplom-Trainer übernahm er zunächst das Amt des Bundestrainers der Pony-Vielseitigkeitsreiter, später dann der Junioren und Jungen Reiter und der Perspektivgruppe Vielseitigkeit. Mit ihm als Trainer wurden die jungen deutschen Vielseitigkeitsreiter zu Medaillengaranten bei Championaten. Einen hervorragenden Ruf hat Schwarz aber auch als Parcourschef. Zu den Höhepunkten seiner Karriere als Course Designer zählen die Konzeption der Geländestrecken bei den Weltmeisterschaften in Aachen 2006, beim Weltcup-Finale 2009 im polnischen Strzegom sowie bei den Europameisterschaften 2013 in Malmö in Schweden und in Strzegom 2017.

Unterstützt wird Schwarz in Marbach nicht nur von geprüften Parcoursassistenten aus den Reihen des Bauteams, sondern auch von Wilfried Thiebes, der ebenfalls Parcourschef mit internationaler Lizenz ist und sich seit Jahren in Marbach als Technischer Delegierter einbringt. Während Schwarz für die Geländestrecke der internationalen Vier-Sterne-Vielseitigkeit um die iWest Trophy zuständig sein wird, wird Thiebes im kommenden Jahr erstmals für den Bau der Zwei-Sterne-Strecken und den Kurs der internationalen Pony-Vielseitigkeit verantwortlich zeichnen.

Auch weitere Aufgaben, die bisher von Gerd Haiber wahrgenommen wurden, sind neu verteilt: Dieter Aldinger fungiert zukünftig als Wolfgangs Leiss’ Stellvertreter als Gesamt-Turnierleiter. Aldinger, der als Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Vielseitigkeitsreiter in Baden-Württemberg, kurz IGV, schon bisher in die Organisation des Turniers involviert war, wird sich vor allem auf die sportlichen Belange konzentrieren. Eng zusammenarbeiten wird er dabei mit Nathaly Fulda, der bisherigen Leiterin der Marbacher Meldestelle, die die sportliche Leitung des Turniers übernehmen wird. Sie ist bestens vernetzt und europaweit als Steward des Weltreiterverbandes FEI bei großen Events und Championaten im Einsatz. Unter anderem unterstützte sie bereits die Organisatoren in Aachen und Luhmühlen, aber auch im irischen Ballindenisk, im niederländischen Boekelo, in Strzegom sowie in Le Lion d’Angers und Fontainebleau in Frankreich. Fulda gehört in Marbach zum achtköpfigen Führungsteam, das der Turnierleitung zur Seite steht.

„Ein Verlust, wie ihn der Tod Gerd Haibers für die Marbacher Vielseitigkeit bedeutet, ist nicht vollständig zu kompensieren. Aber ich bin froh, dass die Mitgleder unseres Teams bereit sind, sich zukünftig noch mehr einzubringen und mehr Verantwortung zu übernehmen. Darin kann auch eine Chance für die Weiterentwicklung des Turniers liegen“, blickt Wolfgang Leiss zuversichtlich in die Zukunft.



Bericht: Dr. Michaela Weber-Herrmann
Foto: FN-Archiv