01|07|18 // Marie Kraack wird beste Deutsche im CICO3*-NC

Mit einem tollen 8. Platz in der Einzelwertung des CICO3*-NC kann sich Marie Kraack über eine weitere Dreisterne-Platzierung freuen, das deutsche Team wird 5.. Dabei hatte ihr 15-jähriger Wallach Havana Club sozusagen ein Heimspiel, denn er wurde in Polen gezüchtet.

Marie Kraack German Eventing
Foto von Annette Dölger

Frankreich hat bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr einen Nationenpreis in der Vielseitigkeit gewonnen. In Strzegom, der dritten Station der Serie, wurde im CICO3* erstmals der künftige OIympia-Modus getestet. Das deutsche Team wurde Fünfter.

Insgesamt traten sieben Teams mit jeweils drei Reitern und einem „Austauschreiter“ in Strzegom zum Nationenpreis an. Von der Dressur an übernahm Frankreich die Spitzenposition, Deutschland rangierte zunächst auf Platz zwei. Im Gelände kamen dann Marie Kraack (Eutin) mit Havana Club und Andreas Dibowski (Döhle) mit It’s me xx mit etwas Zeitfehlern ins Ziel. Niklas Bschorer (Dinkelsbühl) kam allerdings nach einem Eckensprung aus dem Sattel seines Lord Shostakovich. Üblicherweise wäre das Paar nun gänzlich ausgeschieden. Nach dem Olympiamodus hatte Bschorer dagegen die Chance, nach passierter Verfassungsprüfung zum Springen für das Team anzutreten. „Wenn ein Paar wegen Verweigerungen oder einem Sturz des Reiters ausgefallen ist und das Pferd die Verfassung passiert, kann es zum Springen wieder antreten. Ich hätte stattdessen auch unsere Austauschreiterin Antje Schöniger fürs Springen einwechseln können, aber das hätte nochmal 20 Minuspunkte gekostet“, sagt Bundestrainer Hans Melzer. Bschorer bedankte sich für diese Entscheidung mit einer Nullrunde fürs Team, in der Einzelwertung blieb er jedoch ohne Wertung. Zusammen mit den Endergebnissen von Kraack (42,9 Minuspunkte/Platz acht) und Dibowski (48,6 / Platz zehn) ergaben sich am Ende 330,3 Minuspunkte für die deutsche Mannschaft.

Den Sieg trugen wie schon im ersten Nationenpreis in Vairano in Italien die Franzosen mit 115,8 Minuspunkten davon. Die zweitplatzierten Briten sammelten 139,4 Minuspunkte. Sie hatten im Springen von der Austauschreiterlösung Gebrauch gemacht, nachdem Coral Keen ihr Pferd vor dem Springen zurückgezogen hatte. Ihre Ergebnisse aus Dressur und Gelände wurden fürs Team gerechnet, im Parcours kam die Nullrunde von James Sommerville mit Talent hinzu – plus der 20 Minuspunkte für den Austausch. Endstand: 139,4 Minuspunkte. Mit „regulären“ 209 Minuspunkten wurde Italien Dritter.

Wie das in Tokio demnächst auch laufen kann, zeigt das Beispiel Österreich. Hier beendete lediglich Harald Ambros mit Lexikon die Prüfung in allen drei Teilprüfungen. Margit Appelt schied nach der Dressur sowohl im Gelände (200 Minuspunkte) als auch im Springen (100 Minuspunkte) aus. Katrin Khoddam-Hazrati wurde in der Dressur abgeläutet (100 Minuspunkte), da bei ihrem Pferd Blut am Maul bemerkt wurde. Cosma hatte sich auf die Zunge gebissen. Die Reiterin verzichtete auch auf den Geländeritt (200 Minuspunkte). Zum Springen wurde sie jedoch wieder zugelassen und beendete dieses mit einer Nullrunde. Am Ende war Österreich Letzter mit 690,5 Minuspunkten.

„Bis ins letzte Detail habe ich den neuen Modus auch noch nicht verinnerlicht“ gesteht der Bundestrainer. „Aber der Modus soll in diesem Jahr beim Nationenpreis in Irland noch einmal getestet werden. Ändern wird sich aber wohl nichts mehr.“ Bei der Abstimmung über die Olympia-Neuregelung hatte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) als eine von wenigen Pferdesportverbänden dagegen gestimmt. "Wir haben um das Viererteam mit Streichergebnis gekämpft, wo wir konnten, sind aber an der Mehrheit der FEI-Nationen gescheitert", bedauert FN-Disziplinkoordinatorin Philine Ganders-Meyer.

Es folgen die Live-Übertragungen vom Gelände und dem Springen als Aufzeichnungen.





Bericht: Uta Helkenberg / FN-Press
Foto: Annette Dölger
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