28|08|18 // Sandra Auffarth fährt für Michael Jung zu den WEG

Am Dienstag verbreitete sich eine schlechte Nachricht in Windeseile, nämlich, dass Michael Jung seine Stute fischerRocana FST bei den Weltreiterspielen nicht an den Start bringen kann. Wegen einer Stauchung, die zum Glück keine bleibenden Folgen haben wird. Für Michael rückt die amtierende Weltmeisterin Sandra Auffarth auf, aber nicht mit Opgun Louvo sondern mit dem 9-jährigen Hengst Viamant Du Matz (Foto). Die WEG werden aus deutscher Sicht also noch spannender ...

WEG Sandra Auffarth German Eventing

Zuletzt präsentierte Sandra den talentierten Hengst in Top-Form, als die beiden das CIC3* in Strzegom, zugleich letzte Sichtung für das deutsche Team, gewinnen konnten. Bei diesem Sieg brachte das Paar das gute Dressurergebnis von -28,8 ins Ziel und zeigte damit auf welchem guten Weg der Entwicklung sich der Fuchs befindet. In Aachen 2018 konnte man zwar bereits erahnen, dass in Viamant Du Matz ein zukünftiges Championatspferd - oder sogar Champion - steckt, die mittlere Dressur und ein etwas ruhigeres (wohl absichtlich) angelegtes Gelände bedeuteten am Ende aber "nur" Platz 12. Immerhin ging es dabei aber schon von dem 27. Dressurplatz um 15 Ränge nach vorne.

Sehr spannend wird es aber trotzdem und Sandra Auffarth wird all ihre Erfahrung und guten Nerven brauchen. Über beides verfügt sie zum Glück reichlich. Der 9-jährige Hengst ist bisher noch keine Viersterneprüfung gegangen, das Qualifikationsergebnis wurde bei dem CCI3* in Sopot erzielt, auch hier mit einer eher ruhigen Geländerunde. Wir vertrauen also gerne auf die Erfahrung und gute Einschätzung von Bundestrainer Hans Melzer und auch der Reiterin Sandra Auffarth und freuen uns auf den ersten großen Championats-Auftritt von einem Pferd mit super Potential.

Bericht: GE-GK
Foto: Diana Jung

Pressemeldung der FN

Erstmals nach neun Jahren keine Championatsteilnahme für den zweimaligen Olympiasieger

Die Weltreiterspiele in Tryon/USA werden ohne den zweimaligen Olympiasieger und Ex-Weltmeister Michael Jung und fischerRocana FST stattfinden. „Die Stute hat sich vorne links das Fesselgelenk gestaucht“, erklärt Jungs Vater und Trainer Joachim Jung. „Die gute Nachricht ist, dass die Prognose langfristig gut ist.“ Allerdings kommt ein Start bei den Weltreiterspielen zu früh, zu denen die Vielseitigkeitspferde bereits Anfang kommender Woche in die USA reisen.

Noch im Frühjahr hatten Jung und fischerRocana FST nach drei Siegen in Folge den zweiten Platz im CCI4* Lexington in den USA belegt. Nun müssen seine deutschen Anhänger, aber auch seine zahlreichen amerikanischen Fans auf den Start ihres Idols verzichten. „Für unser Team ist das natürlich ein ganz herber Verlust. Michael Jung ist seit neun Jahren immer bei Championaten dabei gewesen und hat immer eine Medaille gewonnen, sei es in der Team- oder Einzelwertung. Das ist nicht zu ersetzen“, sagt Bundestrainer Hans Melzer.

An Jungs Stelle rückt nun Titelverteidigerin Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Viamant du Matz nach. Bereits beim CHIO Aachen und zuletzt beim CIC3* Strzegom hat sich der Fuchswallach als würdiger Nachfolger ihres WM- und Olympiapferdes Opgun Louvo angedeutet. „Ich bin zuversichtlich, dass Viamant du Matz seine aufsteigende Form behält und mit seiner erfahrenen Reiterin in Tryon eine gute Leistung erbringen wird“, so Hans Melzer.


25|04|18 // WEG - eine erste Vorschau

Vorschau auf die Weltmeisterschaften in acht Pferdesportdisziplinen

Zwar geben sich alle noch etwas bedeckt, aber es ist deutlich zu spüren: Die deutschen Pferdesportler blicken mit Optimismus in Richtung Tryon/USA, wo vom 10. bis 23. September die Weltmeisterschaften in acht Disziplinen ausgetragen werden. „Wir haben uns zwei Ziele gesetzt: Erstens wollen wir uns in Tryon Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Tokio reservieren und zweitens im Medaillenspiegel unter den ersten drei landen“, erklärt Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), bei der Jahrespressekonferenz in Warendorf.

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Vielseitigkeit: „Konditionell anspruchsvoll"

Frische Eindrücke aus Tryon brachte Bundestrainer Hans Melzer (Salzhausen) mit in die Pressekonferenz. Zusammen mit einer DOKR-Delegation besuchte er kurz zuvor ein Testevent und schilderte seine Eindrücke von der Geländestrecke. „Der Hauptteil spielt sich auf einem ehemaligen Golfplatz um einen See ab, das Geläuf ist toll. Allerdings ist das sehr wellig, so dass man hier eher ‚praktische‘ Pferde mit einem nicht so großen Galopp braucht, weil die ständig aus dem Rhythmus kommen“, sagte er. Melzer ist sich sicher: „Das wird konditionell sehr anspruchsvoll, noch mehr als vor vier Jahren in der Normandie. Die letzten drei Minuten der Strecke geht es nur bergauf.“

Gelassen sieht Ingrid Klimke (Münster) den Weltmeisterschaften entgegen. Für die mehrfache Mannschaftsolympiasiegerin, -weltmeisterin und -europameisterin ging im vergangen Jahr ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Sie wurde in Strzegom Europameisterin in der Einzelwertung. „Mein Ziel war es immer, einmal alleine oben auf dem Treppchen zu stehen. Damit stehe ich nicht mehr so unter Druck, denn diese Medaille habe ich ja jetzt“, verriet sie. Trotzdem werde sie bei der WM „natürlich nicht einfach nur so mitreiten“, ergänzte sie schmunzelnd. Ob sie die deutschen Farben in Tryon vertreten wird und mit welchen Teamkollegen, entscheidet sich nach der letzten Sichtung in Strzegom Anfang August. Zuvor setzt der Bundestrainer wie in den Vorjahren auf eine individuelle Vorbereitung der WM-Kandidaten. „Einige Paare werden sich nur über Kurzprüfungen vorbereiten“, kündigte er an. Wichtige Meilensteine sind wie immer die Deutsche Meisterschaften Luhmühlen sowie der CHIO Aachen.

Bericht: Uta Helkenberg / FN-Press
Fotos: Kimberlyn Beaudoin + Meg Banks