13|05|19 // Maarsbergen - EM Junioren und Junge Reite

Emma Brüssau ist neue Europameisterin der Jungen Reiter Vielseitigkeit. Dank ihrer Nullrunden in Gelände und Parcours sicherte sich die 20-jährige Schriesheimerin die Goldmedaille in ihrer Altersklasse. In einem Start-Ziel-Sieg haben die deutschen Vielseitigkeits-Junioren die Goldmedaille bei den Europameisterschaften in Maarsbergen in den Niederlanden gewonnen.

Gold für Emma Brüssau
Einzelgold für Junge Reiter / Gesa Staas wird Vierte

Emma Brüssau ist neue Europameisterin der Jungen Reiter Vielseitigkeit. Dank ihrer Nullrunden in Gelände und Parcours sicherte sich die 20-jährige Schriesheimerin die Goldmedaille in ihrer Altersklasse. Gesa Staas aus Bramsche verpasste knapp den Sprung aufs Podium und wurde Vierte

Maasberger 2019 German Eventing

„Emmas Sieg ist das verdiente, aber auch versöhnliche Ende der EM der Jungen Reiter, die von Höhe und Tiefen geprägt war“, sagte Frank Ostholt. „Wir waren hier mit einem Topteam am Start und wollten natürlich mit einer Medaille nach Hause fahren. Alle waren gut vorbereitet und hatten gute Vorleistungen. Dass die drei Paare im Gelände ausfallen, war so nicht absehbar. Aber mit Einzelgold und einem vierten Platz fällt die Bilanz am Ende dann doch ganz gut aus“, so das Fazit des U21-Bundestrainers.

Wie ihre jüngeren Kollegen hatten die U21-Reiter nach der Dressur in der Team- und Einzelwertung in Führung gelegen. Im Gelände allerdings schieden sowohl die Preis-der-Besten-Siegerin Anais Neumann (Nürmbrecht) mit Pumuckel E als auch der nach Dressur führende Sportsoldat Jerôme Robiné mit Guccimo R OLD am Wassereinsprung aus, womit die Mannschaft „geplatzt“ war. Vom deutschen Team sahen lediglich Alina Dibowski (Döhle), die mit dem erfahrenen Barbados in diesem Jahr erstmals bei den Jungen Reitern an den Start ging, sowie Schlussreiterin Emma Brüssau mit Dark Desire GS das Ziel. Die Psychologiestudentin hatte am Geländetag bis zum späten Nachmittag auf ihren Start warten müssen. "Das war schon nervenaufreibend. Wenn es bei den ersten Reitern nicht so läuft, ist man schon ein bisschen verunsichert. Da war schon eine etwas gedrückte Stimmung. Aber ich habe mir gesagt, ich ziehe mein Ding jetzt durch“, berichtete sie. Das klappte. Mit einer fehlerfreien Runde innerhalb der erlaubten Zeit ging sie in Lauerstellung auf den Titel.

Vor dem abschließenden Springen lag nur die Französin Morgane Euriat besser als Brüssau, machte jedoch mit zwölf Strafpunkten im Parcours den Weg für diese frei. Mit einer Nullrunde sicherte sich Emma Brüssau die Goldmedaille. „Ich bin noch ein bisschen geschockt und kann es gar nicht fassen. Mir fehlen die Worte“, sagte die neue Europameisterin. Noch beim Preis der Besten und der DJM hatte sie noch den Sieg knapp verpasst. „Der zweite Platz hat mich ein bisschen verfolgt. Doch jetzt hat es endlich gereicht“, freute sie sich. Und nicht nur sie, sondern auch das gesamte Team. „Alle haben mitgefiebert bis zum Schluss und sind bis zur Siegerehrung geblieben. Wir waren hier ein richtig cooles Team, das sich unheimlich gut verstanden hat und viel Spaß hatte“, sagte Brüssau.

Die Silbermedaille ging an die Junioren-Europameisterin von 2017, Isabelle Upton mit Cola, die damit maßgeblich auch zur Goldmedaille des britischen Teams vor Frankreich und den Niederlanden beitrug. Bronze ging an die Vorjahres-Vizeeuropameisterin der Junioren, Heidi Coy mit Royal Fury. Sie war als Einzelreiterin für Großbritannien am Start.

Beinahe hätte es noch eine zweite Einzelmedaille für Deutschland gegeben. Gesa Staas, mit St. Stacy nach der Dressur noch 13te, katapultierte sich dank einer Nullrunde im Gelände – von denen es insgesamt nur vier gab – auf den vierten Platz. Am Ende hätte es sogar für Bronze gereicht, wenn ihr nicht ein Springfehler im Parcours unterlaufen wäre. „Das Pferd sprang super, nur einmal hat sie sich etwas vermanaged. Das war total schade“, sagte Ostholt.

Der zweite deutsche Einzelreiter, der Düsseldorfer Brandon Schäfer-Gehrau, war wie die ersten beiden Teamreiter mit Fräulein Frieda im Gelände ausgeschieden.

Gold für Vielseitigkeits-Junioren
EM-Titel für Anna Lena Schaaf / Bronze für Ann Catrin Bierlein

Geschafft! In einem Start-Ziel-Sieg haben die deutschen Vielseitigkeits-Junioren die Goldmedaille bei den Europameisterschaften in Maarsbergen in den Niederlanden gewonnen. Sowohl im Team- als auch in der Einzelwertung waren die Reiter von U18-Bundestrainerin Julia Krajewski unschlagbar. Neue Europameisterin ist die Deutsche Meisterin Anna Lena Schaaf (Voerde) mit Fairytale, dazu gab es Bronze für Ann-Catrin Bierlein (Warendorf) mit Auf geht’s Fräulein Hummel.

Maasberger 2019 German Eventing

Bereits nach der Dressur setzte sich die deutsche Mannschaft mit Startreiterin Joelle Celina Selekotwitsch (Achim) und Akeby’s Zum Glück, Anna Lena Schaaf und Ann-Catrin Bierlein sowie Schlussreiter Calvin Böckmann (Lastrup) und Altair de La Cense an die Spitze. Mit vier Nullrunden durch den anspruchsvollen und sehr selektiven Geländekurs konnte das Quartett seine Führung weiter ausbauen. Dank dieser Vorleistungen fiel auch ein Fehler im Springen von Ann Catrin Bierlein für die deutsche Teamwertung nicht ins Gewicht. Mit einem Endstand von nur 87,0 Minuspunkten war dem deutschen U18-Team die Goldmedaille nicht zu nehmen.

Über Silber durften sich die Briten freuen. Für sie blieb es bei 97,2 Minuspunkten, ihrem Ergebnis nach Dressur und Gelände. Das Nachsehen hatten am letzten Tag die Iren, die vor dem Springen noch auf Medaillenkurs gelegen hatten. Sie mussten am Ende mit dem undankbaren vierten Platz vorlieb nehmen. Team-Bronze ging stattdessen an Vorjahressieger Frankreich (99,7).

Anna Lena Schaaf ist Europameisterin Komplettiert wurde der deutsche Triumph durch den Titel in der Einzelwertung, zuletzt hatte 2016 eine deutsche Reiterin auf dem U18-Podium ganz oben gestanden. Vom ersten Auftritt an dominierte die Deutsche Meisterin Anna Lena Schaaf die Prüfung. Mit der selbst gezogenen Stute Fairytale („Fine“) verließ sie als Beste das Viereck und fügte ihrem Ergebnis von 24,1 Minuspunkten weder im Gelände noch Springen weitere Strafpunkte hinzu. „Am vorletzten Sprung bin ich etwas an die Stange gekommen, aber es ist alles liegengeblieben. Fine hat alles gegeben“, sagte die neue Meisterin. Im letzten Jahr hatte sie noch wegen eines Fehlers im Gelände eine vordere Platzierung verpasst. „Darüber habe ich nicht mehr nachgedacht. Ich weiß ja, was ich falsch gemacht habe und woran der Fehler lag. Und in diesem Jahr waren wir schon ein paarmal richtig gut, das gibt Sicherheit“, sagte die Abiturientin.

Mit einer Bronzemedaille gab Ann Catrin Bierlein ihr erfolgreiches EM-Debüt, auch wenn sie am Ende wegen ihres Springfehlers neben Schaaf auch Leilia Paske den Vortritt lassen musste. Die Britin beendete die EM im Sattel von Billy Mcfee mit 29,0 Minuspunkten. Ann-Catrin Bierlein, die bereits bei den DJM Dritte war, kam mit Auf geht’s Fräulein Hummel auf 29,3 Zähler. „In den ersten beiden Tagen lief es mega perfekt, im Springen fast perfekt“, sagte die 17-Jährige. „Im Moment kann ich nicht gar nicht richtig realisieren, dass ich Bronze und Team-Gold gewonnen habe. Vor allem freue ich mich, dass mein Pferd am letzten Tag fit wie ein Turnschuh war, fast schon ein bisschen zu wild. Natürlich wäre ich gerne null geritten, aber ein Abwurf ist kein Weltuntergang. Am Ende fehlte wohl das letzte Quäntchen Glück.“

Bei den 30,3 Minuspunkten aus der Dressur blieb es für Einzelreiterin Kaya Thomsen (Lindewitt). Die Tochter von Kaderreiter Peter Thomsen, die mit dessen Olympiapferd Horseware’s Barny an den Start ging, rückte im Verlauf der EM immer weiter nach vorne und verpasste am Ende nur knapp eine Medaille und wurde Fünfte.

Auch Calvin Böckmann machte durch seine fehlerfreien Auftritte im Gelände und Springen viele Plätze gut und landete am Ende als Neunter sogar noch in den Top Ten. Aufgrund von Patzern in der Galopptour war er in Dressur nicht über 33,6 Minuspunkte hinausgekommen. „Am Ende überwiegt die Freude darüber, dass wir uns so gut nach vorne gekämpft haben. Und natürlich, dass das Team so gut abgeschnitten hat. Auch im Parcours lief alles super, Altair de La Cense hat super abgeliefert“, sagte der 18-Jährige, der auch für die zeitgleich stattfindende Junioren-EM im Springen auf der Longlist stand.

Joelle Celina Selenkowitsch und Akeby’s Zum Glück und die zweite deutsche Einzelreiterin Isabel Mengeler (Hamminkeln) mit Mighty Carrera, beide wie Bierlein Newcomer bei Europameisterschaften, beendeten ihre EM-Premiere auf den Plätzen elf bzw. 22.

„Der Parcours war nochmal anspruchsvoll, auch wenn sich am Ende die Nullrunden häuften. Es war sicherlich kein ‚geschenktes‘ Springen. Ich bin sehr stolz auf meine Reiter, dass sie das so durchgezogen haben. Vor allem freue mich für Leni, dass sie es geschafft hat, die Sache trotz des Drucks nach Hause zu bringen. Sie lag ja schon öfter nach Dressur vorne, aber man muss es auch zu Ende bringen. Und manchmal ist einfacher aufzuholen, als von vorneweg zu gewinnen“, lautete das Fazit von Junioren-Bundestrainerin Julia Krajewski.

Bericht: Uta Helkenberg / FN-Press
Fotos: Veranstalter
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