24|04|19 // Phantastisches Nennungsergebnis – Über Marbach zur EM

Der Nennungsschluss der Internationalen Marbacher Vielseitigkeit liegt hinter uns, und das Ergebnis ist phantastisch: Zahlreiche internationale Topreiter ver-sprechen spannenden Spitzensport.

Marbach 2019 Nennungsergebnis German Eventing

Der Nennungsschluss der Internationalen Marbacher Vielseitigkeit liegt hinter uns, und das Ergebnis ist phantastisch: Zahlreiche internationale Topreiter ver-sprechen spannenden Spitzensport.

Die Liste der Nennungen liest sich wie ein Who’s who der Disziplin, und der Run auf das Turnier auf der Schwäbischen Alb ist ungebrochen – für die CCI2*-L-Prüfung wurde mittlerweile eine Warteliste angelegt. Die Nennungen kommen aus Australien, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, den Niederlanden, Österreich, Polen, Schweden und der Schweiz. Die ausländischen Gäste treffen auf die deutschen Cracks – auf Michael Jung, den Profi aus dem Schwarzwald, der bei zwei Olympischen Spielen drei Gold- und eine Sil-bermedaille gewann, auf Andreas Dibowski, den Team-Olympiasieger von 2008, auf Frank Ostholt, der wie Dibowski 2008 zum olympischen Gold-Team gehörte und 2006 mit der Mannschaft Weltmeister wurde, auf Dirk Schrade, den Lokalmatador aus dem benachbarten Gomadingen, der mittlerweile in Schlewig-Holstein zu Hause ist und mit der deutschen Mannschaft sowohl bei den Olympischen Spielen 2012 als auch bei den Weltreiterspielen 2014 Gold gewann...

Championat, Meisterschaft, Nationenpreise, Cup und Sichtung Die Liste ließe sich fortsetzen. Für diese Profis geht es im CCI4*-S, dem Preis des Landes Baden-Württemberg, auch um einen Titel. Denn in der sportlich hochkarätigsten Prüfung des Marbacher Turniers tragen die deutschen Berufsreiter im Vielseitigkeitssattel alljährlich ihr Championat aus. Unabhängig von Meistehren aber gilt es, sich mit guten Runden vor den Augen des Bundestrainers für einen Startplatz bei den Europameisterschaften Ende August in Luhmühlen zu empfehlen. Das Turnier auf der Schwäbischen Alb ist Formüberprüfung und Standortbestimmung auf dem Weg zum wichtigsten Championat dieser Saison und offiziell „Vorbereitungsprüfung“ für die EM.

Das Championat der Berufsreiter ist übrigens nicht die einzige Meisterschaft des Turniers –Baden-Württembergs Vielseitigkeitsreiter reiten in Marbach in der internationalen Zwei-Sterne-Vielseitigkeit, dem CCI2*-L, traditionell um die Schärpe des Landesmeisters und um Medaillen. Und auch für die Jüngsten im Sattel geht es im Mai in Marbach um mehr als „nur“ den Sieg und die individuelle Platzierung: Gleich zwei Nationenpreise – einer für die Altersklasse der Junioren, einer für Ponyreiter – stehen auf dem Programm. Die Teams der Anrainerstaaten reiten außerdem um den „Pony-Alpencup“ und für die deutschen Nachwuchsreiter im Ponysattel ist das Turnier gleichzeitig Sichtung für die Europameisterschaften, die Mitte August im polnischen Strzegom ausgetragen werden.

Ehrung und Abschied – emotionale Monente Die hochkarätig besetzen Prüfungen versprechen zweifellos spannenden Sport auf dem herrlichen Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts. Aber die Besucher, die dem Turnier seit Jahren die Treue halten und zu Tausenden die Geländestrecken säumen, dürfen sich auch auf ein buntes Rahmenprogramm freuen. Für Abwechslung sorgen unter anderem der zum Shoppen einladende Ausstellungsbereich und eine Verkaufsschau des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg im Gelände, bei der talentierte Nachwuchspferde vorgestellt werden. Auch spektakuläre Show-Acts bereichgern das Programm: „Horse & Fire“ ist die Schaunummer überschrieben, die am Samstag ab 20:30 Uhr die legendäre Turnier-Fete unter dem Motto „Nationenpreis-Party“ einläuten wird. Ein Spektakel der be-sonderen Art!

Und immer wieder nutzen auch bekannte Sportler des Landes das Turnier für „ihren großen Tag“, für die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens. In diesem Jahr gibt es „das Goldene“ für Falk-Filip-Finn Westerich aus dem württembergischen Ruppertshofen. Der auch im Springsattel bis Klasse S erfolgreiche Profi erhält die Auszeichnung dank seiner Erfolge im Vielseitigkeitssattel bis Vier-Sterne-Niveau. – Sicher ein emotionaler Moment, nicht nur für den Reiter.

Ein weiterer, zweifellos emotionaler Programmpunkt steht am Turnierfreitag um 17 Uhr an. Dann treffen sich Reiter, Freunde und Weggefährten des langjährigen Marbacher Gelände-Parcourschefs, des im vergangenen Jahr bei einem Autounfall tödlich verunglückten Gerd Haiber im sogenannten Eichelesgarten, dem Kernstück der Marbacher Geländetrecken. Dort wird ein Gedenkstein, ein Findling von seiner Heimat, der Schwäbischen Alb, zu Ehren des Mannes enthüllt, der dieses Turnier so lange geprägt hat. Und ein Gerd-Haiber-Gedächtnispreis wird in diesem Jahr auch erstmals verliehen – ein Sonderpreis für den „Rookie“, den bestplatzierten der Reiter, die in Marbach ihr Vier-Sterne-Debüt geben. Eine schöne Geste!

Bericht: Dr. Michaela Weber-Herrmann
Foto: Thomas Hartig/equistock.de

10|04|19 // Die Weltelite zu Gast in Marbach – Andrew Hoy trifft auf Michi Jung

Schon drei Wochen vor Nennungsschluss kann die Turnierleitung des internationalen Events auf dem Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts ein erstes positives Fazit ziehen: Bereits jetzt stehen berühmte Namen auf der Starterliste.

Marbach 2019 German Eventing

Allen voran natürlich Michael Jung, der Lokalmatador, der längst auch auf internationalem Springparkett erfolgreich ist. Er plane, gleich drei Pferde im CCI4*-S zu reiten, so der Profi aus dem Schwarzwald, der bei zwei Olympischen Spielen drei Gold- und eine Silbermedaille gewann. Er trifft in Marbach unter anderem auf Andrew Hoy und dessen WM-Pferd. Der in England lebende Australier – übrigens der erste Reiter, der in diesem Jahr seine Nennung für Marbach abgegeben hat – hat mit dreimal Team-Gold und einer Silbermedaille ebenfalls eine erfolgreiche olympische Karriere aufzuweisen. Als der heute 60-jährige Hoy, der mittlerweile sieben Olympische Spiele und sechs Weltmeisterschaften in seiner sportlichen Bilanz stehen hat, zum ersten Mal bei Olympischen Spielen am Start war – 1984 in Los Angeles/USA – war Michael Jung allerdings erst zwei Jahre alt. Zwei Generationen Topsportler treffen also in Marbach aufeinander.

Zur jüngeren Garde gehört auch der Japaner Atsushi Negishi, der ebenfalls in Marbach an den Start gehen wird. Er gewann 2010 Team-Gold bei den Asian Games im chinesischen Guangzhou und vertrat sein Land im selben Jahr bei den Weltreiterspielen in Lexington/USA und 2012 bei den Olympischen Spielen in London/GBR. 2013 gewann er bei den Asien-Meisterschaften in Thailand Einzel-Bronze. Sein sportliches Ziel ist der „Gewinn einer Medaille bei den Olympischen Spielen 2020“. Die finden bekanntlich in Tokyo, der Hauptstadt seines Heimatlandes statt, und selbstverständlich visiert er an, zur Mannschaft zu gehören.

Wie erwähnt, ein erster Eindruck, lange vor Nennungsschluss. Doch schon jetzt ist klar: Die Stars der internationalen Szene – sie satteln in Marbach!

Bericht: Dr. Michaela Weber-Herrmann
Foto: Stefan Lafrentz

05|02|19 // Der erste, in Deutschland ausgeschriebene Nationenpreis für Pony-Vielseitigkeitsreiter findet in Marbach statt.

Das Berufsreiterschampionat der deutschen Profis, die Landesmeisterschaft der baden-württembergischen Vielseitigkeitsreiter, der Alpencup der Ponyreiter, dazu gleich zwei Nationenpreise – das Programm der Marbacher Vielseitigkeit ist auch für die internationale Szene noch einmal attraktiver geworden.

Marbach 2019 German Eventing

Ob Nachwuchsreiter, Amateur oder Profi, alle Vielseitigkeitsreiter fiebern in diesen Tagen und Wochen dem Startschuss zur grünen Saison entgegen. Diejenigen, die noch auf der Suche nach einem passenden Pferd sind, sollten sich dieses Datum im Kalender unbedingt vormerken, denn Elmar Lesch hält für jeden Belang diverse Auswahlmöglichkeiten bereit.

Im vergangenen Jahr trugen erstmals die Junioren im Vielseitigkeitssattel einen Nationenpreis in Marbach aus, und eine Premiere gibt es auf dem Gelände des Haupt- und Landgestüts auch in diesem Jahr – noch dazu eine deutschlandweite: der erste Nationenpreis der Ponyreiter hierzulande hätte keinen besseren Austragungsort finden können. Schließlich gehört das CCIP2 in Marbach seit Jahren zu den Highlights im Turnierkalender der europäischen Nachwuchsreiter.

Während der ehemalige Jugend-Bundestrainer Rüdiger Schwarz für das sportliche Highlight, den Kurs der iWest Trophy auf Vier-Sterne-Niveau, verantwortlich zeichnet, konzipiert Willi Thiebes die Strecken auf Zwei-Sterne-Niveau und somit die beider Nationenpreise. Thiebes, der ebenfalls Parcourschef mit internationaler Lizenz ist und sich schon jahrelang in Marbach als Technischer Delegierter einbrachte, setzt seinen Schwerpunkt dabei auf „zwar selektive, aber faire und sichere Strecken“, so der Parcoursbauer aus dem nordrhein-westfälischen Hennef. „Für die besten Ponyreiter Europas ist das eine wichtige Prüfung zu Saisonbeginn“, erklärt Willi Thiebes. Selektive, aber sichere Strecken zu bauen, ist seine Maxime. Und Sicherheit ein Schwerpunkt seines Gelände-Konzepts. „Zusätzlich zu den bereits mit Sicherheitssystemen ausgestatteten Sprüngen enstehen derzeit fünf neue Hindernisse mit Sicherheitssystemen, die durch die finanzielle Unterstützung der ‚Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport’ ermöglicht werden“, so Thiebes.

Sicherheit wird in Marbach seit jeher groß geschrieben, auch der verstorbene, bis 2018 für die Marbach-Strecken verantworttliche Gelände-Parcourschef Gerd Haiber hatte sich der Entwicklung entsprechender Systeme verschrieben. „In seinem Sinne wollen wir den Gelände-Parcoursbau in Marbach fortsetzen und seiner Philosophie folgen“, erklärt Thiebes auch im Namen von Rüdiger Schwarz.

Die Zuschauer dürfen sich also auf neue Sprung-Highlights freuen, die derzeit in einer Halle entstehen – der Winter auf der Schwäbischen Alb ist lang und hart und lässt aktuell keine Arbeit im Freien zu. Nichtstdestotrotz ist die Vorfreude auf das Top-Event im Mai groß. Auch Wolfgang Leiss freut sich nicht zuletzt über den Pony-Nationenpreis, den er auch als Bestätigung für den Veranstalter sieht: „Ein weiterer Nationenpreis in Marbach – das zeigt uns nicht nur, welchen Stellenwert unser Turnier hat, sondern auch, dass uns seitens der Deutschen Reiterlichen Vereinigung großes Vertrauen entgegengebracht wird. Das ehrt uns natürlich sehr,“ so der Turnierleiter.

Bericht: Dr. Michaela Weber-Herrmann
Foto: equistock.de / Tom Hartig